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Historisches
Die Anfänge
Am 27. Juni 1851 wurde Josef Garbáty-Rosenthal in Lida (Weißrußland) geboren. Irgendwann wanderte seine Familie jüdischen Glaubens nach Berlin ein. Im Jahr 1881 gründete er sein Zigarettenunternehmen in der Linienstraße in Berlin-Mitte. Der Erfolg einer Marke "Königin von Saba" ließ die Geschäftsräume aber bald zu klein werden. Er verlegte daher den Fabriksitz mehrfach in verschiedene Häuser in der Schönhauser Allee in Berlin-Prenzlauer Berg. In den Jahren 1906/07 wurde der Geschäftssitz schließlich in eine eigene Fabrik in der Berliner Straße / Hadlichstraße in Pankow verlegt. Pankow war zwar bis zur Eingemeindung im Jahre 1920 "nur" ein Berliner Vorort, jedoch über die Straßenbahn eng mit der Hauptstadt verbunden.
Blütezeit in Pankow
In vielen Staaten Europas waren bereits vor dem 1. Weltkrieg Niederlassungen; darüber hinaus gab es Garbáty-Zigaretten auch in den damaligen deutschen Kolonien, in Asien und in Amerika. Die Fabrik war Herzoglich Sächsischer Hoflieferant sowie Lieferant der Italienischen Staatsregierung. Die Beschäftigten der Firma wurden sehr gut sozial betreut. Es gab u.a. eine Betriebskantine, Pausenräume, Bäder, eine Betriebswäscherei, eine Betriebsbibliothek, eine Betriebszeitung, Arbeitslosenfürsorge, einen Werkchor und einen Betriebssportclub, den Garbáty SC. Josef Garbáty war sehr aktiv in der örtlichen Jüdischen Gemeinde und setzte seinen Reichtum für soziale Zwecke ein. So spendete er beispielsweise an die Hochschule für die Wissenschaft des Judentum und an das II. jüdische Waisenhaus.

Die Söhne Eugen und Moritz steigen 1911 bzw. 1916 in die Firma ein. Im Jahr 1929 scheidet Josef Garbáty aus der Firma aus und übergibt sie nun vollständig an seine Söhne.

In der Tabakindustrie verschärfte sich der Konkurrenzkampf, und es erfolgte die Monopolisierung der Branche. So wurden dann schließlich 50% der Firma, der Anteil Eugens, vom Reemtsma-Konzern übernommen. Der neue Chef war jetzt Moritz Garbáty. Er leitete die Fabrik nun allein bis 1938, musste aber monatlich zu den Besprechungen in die Reemtsma-Zentrale nach Hamburg.
Die Nazi-Zeit
Mit der "Machtergreifung" der Nazis begann eine schwere Zeit für die Familie Garbáty. 1935 wurde die GmbH in eine Kommandit-Gesellschaft umgewandelt, aber noch mit unveränderter Geschäftsführung. Die Fabrik hieß jetzt "Zigarettenfabrik Garbáty K.G.". 1938 wurde im Zuge der "Arisierung" , d.h. der "Ausschaltung der Juden aus dem Wirtschaftsleben", der gesamte Garbáty-Besitz an die Jakob Koerfer Gruppe aus Köln zwangsverkauft.

Im Dezember 1938 verließ die Familie Deutschland für immer, sie ging über Frankreich nach Amerika. In seiner Villa in der Berliner Straße blieb der 87jährige, nicht mehr reisefähige und -willige Firmengründer Josef Garbáty zurück, in direkter Nachbarschaft zum verlorenen Lebenswerk. Er starb am 29.Juni 1939.

Den 2. Weltkrieg überstand die Fabrik relativ unversehrt; sie wurde aber am 1. Mai 1945 geplündert und brannte aus.
Die DDR-Zeit
Nach dem Krieg war die Garbáty-Zigarettenfabrik noch eine Kommanditgesellschaft. Nach Gründung der DDR wurde 1949 die Firma in Volkseigentum überführt und hieß nun VEB Garbáty. Es wurde auch immer noch die Marke "Saba" produziert. 1960 erfolgte der Zusammenschluss der volkseigenen Betriebe Garbáty und Josetti zur Berliner Zigarettenfabrik (Bezifa). Damit verschwand der Name Garbáty und irgendwann auch die Marke "Saba". Bis zur "Wende" gab es dann mit knapp 500 Beschäftigten den VEB Vereinigte Zigarettenfabriken, Werk Berlin, der in Pankow unter anderem die erfolgreiche Marke "Club" produzierte.
Nach dem Mauerfall
Die Geschichte der Fabrik nach dem Fall der Mauer kommt einem nur allzu bekannt vor: Die Marke "Club" wird veräussert, die Maschinen verkauft, die Belegschaft zunächst auf Nullarbeit gesetzt und schließlich entlassen. Das war das endgültige Ende der Zigarettenfabrik in Pankow.
Quellen